Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Umfrage - [Umfrage] Kohle machen oder leben? Wie setzt ihr die Prioritäten?


memyselfandi
25.04.2005, 21:44:33
PN's Sesselthread ist schuld an dieser Umfrage hier!

Ich habe in meinem Arbeitsleben schon so ziemlich alles ausprobiert. Vom Tellerwäscher über Entwicklungshilfe und der Arbeitslosigkeit bis zum leidenden Angestellten und der Selbständigkeit. Finanziell ging es mir eigentlich noch nie so gut wie in den letzten Jahren, aber sowas wie Lebensqualität gibt es de fakto nicht mehr. Wenn ich mich an die Zeiten zurück erinnere, in denen ich mit ein paar 100 Mark/Monat ausgekommen bin, sind das sicherlich die glücklicheren Zeiten in meinem Leben gewesen. Was nicht heist, dass sie Sorgenfrei waren.
Mich würde interessieren, ob ihr euch ganz bewußt für eine Richtung in eurem Leben entschieden habt um entweder auf Kohle oder Lebensqualität zu verzichten!?
Warum habt ihr euch entschieden, wie ihr euch entschieden habt?
Welche Erfahrungen habt ihr mit euren Entscheidungen gemacht.
Wie/Was plant ihr für die Zukunft?

memy

Edit: Ich hab' das andere Posting gelöscht da es mit diesem hier identisch war.
isnogod

isnogod
25.04.2005, 22:12:46
Gute Frage....

Die Priorität ergibt sich aus Familienstand und Alter oder aus einer gewissen Lebensplanung heraus.
Für mich heißt es zur Zeit ganz klar: Kohle machen!
Aber das andere kommt schon nicht zu kurz :cool:

isnogod

flat erik
26.04.2005, 10:08:47
Ich bin ehrlich, Geld ist schon nicht schlecht und wenn ich welches hab dann gebe ich das mit vollen Händen aus. Bevor es die Inflation auffrisst. Das Problem ist leider, ich hab nie welches. Das ist unschön. Aber ich hab ein tolles Weibchen, viele Freunde und wenn ich was brauche, dann bekomme ich das auch irgendwie. Ich bin also nicht wirklich Karrieregeil. Ich vertraue einfach darauf dass ich für gewisse Dinge einfach unentbehrlich bin - deshalb brauche ich mir eigentlich auch keine Sorgen machen.

Erst das Leben, dann die Karriere - so sehe ich das eigentlich. Wobei ich ein sehr kostspieliges Hobby hab, das erforder leider doch hin und wieder mal recht viel Knete.

sunset54
26.04.2005, 14:53:25
Die Priorität ergibt sich aus Familienstand und Alter oder aus einer gewissen Lebensplanung heraus.

Das ist wohl der Schlüsselsatz. Als EU-Rentner hat sich die Frage für mich wohl erübrigt. Ich kann nur noch versuchen so viel vom Leben mitzunehmen wie ich bekommen kann.

Aber ansonsten ist das wohl eine schwierige Frage. Im Grunde weiß man wohl nur im Alter ob Leben oder Beruf zu kurz gekommen sind oder ob alles so richtig war.

flat erik
26.04.2005, 17:35:30
da hast du leider recht. wenn ich in meinen verwandtenkreis schaue, in dem sehr viele rentner sind, steigt meine zuversicht leider nicht wirklich. leute die 42 jahre lang gearbeitet haben, stellenweise mal sehr wichtige positionen hatten "existieren" nun nur noch am existenzminimum - die frage ist nun, arbeite ich hart für eine sichere zukunft die letztendlich immer das risiko birgt, nicht mehr viel zu haben oder im hier und jetzt mit dem was man hat leben und hoffen das man weiterhin glück hat. das ist alles sehr unsicher und deprimiert sehr sehr viele.

idomeni
26.04.2005, 17:47:08
geld allein macht auch nicht unglücklich...

meine besten jobs als leidender angestellter habe ich immer nach der geburt meiner kinder geschmissen. wollte nie ein phantom-vater sein.

das hat für gewisse arbeitgeber unerträgliche lücken in meinem lebenslauf gegeben. jetzt habe ich einen 60% 0815-job, einen saubleeden chef, die kohle reicht grad zum leben.

aber ich bin glücklich und die jungs wissen wer ihr vater ist, und was der so meint....und das ist wichtiger denn je.

ciao
idomeni

memyselfandi
26.04.2005, 19:04:18
Mir geht dieser Kram in den letzten Monaten wieder massiv durch den Kopf - eben weil ich kein Privatleben mehr habe. Wenn ich noch ein paar Jahre so weitermache würde es wohl reichen um auf "Rente" zu gehen, aber ich halte das jetzt schon kaum noch aus (im Schnitt >14Std/Tag, 6-7 Tage/Woche)
Aber seit ihr denn glücklich mit nem 0815 job, der zwar genügend Freizeit bietet, aber weder befriedigt noch genügend Kohle abwirft? Ganz abgesehen von meinem Anspruch meine Zeit mit sinnvoller Arbeit zu verbringen.

Sieht für mich aus wie eine Entscheidung zwischen nur noch arbeiten/funktionieren und vegitieren!?

Will ich beides nicht :)

sunset54
26.04.2005, 19:29:23
Ich denke im Moment stimmt das alles auch nicht. Der Druck sein Leben dem Beruf zu widmen ist erheblich höher als in den 70iger/80iger Jahren des letzten Jahrhunderts. Damals, so könnte man sagen, stimme das Verhältnis Beruf/Freizeit noch. Ein Beweis dafür ist ja schon darin zu sehen, das immer mehr Frauen und Familien sich vor die Entscheidung Kinder/Beruf gestellt sehen, Wenn so etwas nötig ist stimmt was nicht in der Gesellschaft.

tz69
26.04.2005, 21:33:25
mit meinen nun 50 Lenzen kann ich mal sowas wie nen Erfahrungsbericht versuchen ;):
17 Jahre Ausbildung (einmal Sitzenbleiben ist normal, zweimal Durschnitt:D)
12 Jahre Reisen (das musste sein, konnte die Schnauze einfach nicht voll genug bekommen :D)
Der Rest ist immer wieder nur die Beschaffung der Kohle für die Abenteur gewesen. Dann kommt mal zur Abwechslung tatsächlich ne Festanstellung für 2 Jahre und dann die Selbstständigkeit seit 10 Jahren. Nur .....;) mittlerweile denke ich schon wieder übers Reisen nach :D.
Dennoch, ich würds genauso wieder machen ;)

idomeni
26.04.2005, 22:27:35
Wenn ich noch ein paar Jahre so weitermache würde es wohl reichen stell dir vor, dir platzt so ein feines äderchen im nächsten jahr...

natürlich bin ich nicht zufrieden mit einem 0815 job. aber das kann ich ändern. dazu ist es (auch mit bald 50) nie zu spät. aber es gibt sachen und zeiten, die kannst du einfach nicht zurückholen. die musst du gelebt haben.

Der Druck sein Leben dem Beruf zu widmen ist erheblich höher als in den 70iger/80iger Jahren des letzten Jahrhunderts das stimmt!
leider aber auch die bereitschaft vieler "jungs" sich nur noch über arbeit und insbesondere geld zu definieren...

Fat Cleric
02.05.2005, 20:17:39
Für mich war Geld nie so wichtig. Es reicht mir, wenn ich soviel verdiene, das ich damit über die Runden komme und mir hier und da mal was leisten kann.

Und das klappt an sich ganz gut, hab aber auch nicht grossartige Ansprüche. Meine Hobbys sind jetzt nicht sooo teuer!

mariejuhanna
03.05.2005, 06:11:58
mir war viel geld zu verdienen lange zeit nicht das wichtigste (was man schon daran sieht, dass ich biologie studiert habe *g*)

jetzt, wo ich eine eigene familie habe, sehe ich das allerdings etwas anders. komischerweise stellt sich mir eine andere frage:

entweder viiiel arbeit für relativ wenig geld, aber dafür sehr interessante arbeit (wissenschaftliche arbeit --> promotion)
oder weniger arbeit für weitaus mehr geld. dafür bleibt die eigenständige wissenschaftlich arbeit auf der strecke und wird durch wissenschaftliche beratung ersetzt. lange nicht so interessant aber auch nicht so einnehmend.

ich entscheide mich für letzteres.

grüße mariejuhanna

isnogod
03.05.2005, 16:42:51
mir war viel geld zu verdienen lange zeit nicht das wichtigste (was man schon daran sieht, dass ich biologie studiert habe *g*)

jetzt, wo ich eine eigene familie habe, sehe ich das allerdings etwas anders. komischerweise stellt sich mir eine andere frage:

entweder viiiel arbeit für relativ wenig geld, aber dafür sehr interessante arbeit (wissenschaftliche arbeit --> promotion)
oder weniger arbeit für weitaus mehr geld. dafür bleibt die eigenständige wissenschaftlich arbeit auf der strecke und wird durch wissenschaftliche beratung ersetzt. lange nicht so interessant aber auch nicht so einnehmend.

ich entscheide mich für letzteres.

grüße mariejuhanna

Hmm, Du weißt aber schon daß in Wirtschaft und Verwaltung, auch Verbänden, die "besseren" Positionen erst ab Promotion aufwärts beginnen?

isnogod

mariejuhanna
03.05.2005, 19:14:49
@isno: ja mir ist durchaus klar was ohne promotion geht und was nicht. und ich muss dir sagen, dass einem eine promotion auch im wege stehen kann. mein problem ist, dass ich erst mit 27 angefangen habe zu studieren. wenn ich nun noch promoviere bin ich für die wirtschaft zu alt. in der wirtschaft zählt die promotion aber weniger als du denkst. als diplombiologe mit 3 jahren berufserfahrung in forschung und entwicklung in der industrie bist du qualifizierter als wenn du die 3 jahre für die promotion investierst. ok, man muss erst mal in fuss in die angel kriegen. aber ich sprach auch nicht von forschung und entwicklung sondern von wissenschaftlicher beratung für z.b. ärzte. da gibt es offene stellen für diplombiologen und die aufstigschancen sind besser als bei der forschung, unabhängig von einer promotion.

und, um zurück auf das topic zu kommen, man kann damit "kohle" machen und "leben". wobei ich zugeben muss, dass forschung und entwicklung weitaus "spannender" ist und ich eigentlich deshalb biologie studiert habe... aber man muss halt prioritäten setzten...


grüße mariejuhanna

isnogod
03.05.2005, 20:07:58
@mariejuanna
aber man muss halt prioritäten setzten...
Genau so ist es ;)

Ich habe die gleiche Diskussion am laufen: Soll Sohnemann mit dem Diplom Kohle machen oder doch lieber ins Promotionsstudium einsteigen.
Aber er ist ja erst 25...... :cool:

isnogod

havefun
03.05.2005, 21:44:06
sein hobby zum beruf machen & damit geld verdienen ...
lieber ein paar abstriche & dafür glücklich leben!

sunset54
04.05.2005, 08:46:14
sein hobby zum beruf machen & damit geld verdienen ...


das können aber leider nur die wenigsten. Die meisten Hobbies eignen sich halt eher zum Geld ausgeben als zum Geld verdienen :D